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So funktioniert das MHKW

Der Weg des Abfalls im Müllheizkraftwerk Bremen

Das MHKW im Film - erleben Sie auf YouTube, wie aus Abfall Energie wird. Oder lesen Sie es hier ganz ausführlich:

Das Müllheizkraftwerk (MHKW) Bremen besteht aus vier großen Komplexen:

  • dem Brennstoffannahmebereich (BEO),
  • dem Verbrennungsbereich bestehend aus vier Kesselanlagen,
  • den drei Rauchgasreinigungsanlagen
  • sowie dem Turbinen- und Fernwärmebereich.

Brennstoffannahme:
Nachdem die Abfallanlieferungen an der Eingangswaage erfasst und kontrolliert wurden, entladen täglich im Mittel 170 Lkw rund 2.500 Tonnen Müll in den Bunker der Brennwert- und Emissionsoptimierungsanlage (BEO). Dort durchmischen zwei riesige Greifer die unterschiedlichen Abfallarten. Diese Homogenisierung sorgt für einen gleichmäßigen Transport und eine stabile Verbrennung.

Der Sperrmüll wird separat abgekippt, durch eine Rotorschere zerkleinert und dann mit dem übrigen Abfall vermischt.

Von der BEO wird der durchmischte Brennstoff über Förderbänder zum Tagesbunker gefördert. Dort wird der Abfall für maximal drei Tage eingelagert oder über zwei Kräne den vier Verbrennungslinien zugeführt.

Verbrennungsbereich:
In den vier Verbrennungslinien wird der Abfall auf wassergekühlten Vorschubrosten selbstgängig verbrannt. Die Verbrennung findet bei Temperaturen über 850 Grad Celsius statt, um die sichere Zerstörung von Schadstoffen zu gewährleisten. Die dabei entstehende Wärme im Rauchgas wird in den Kesseln abgeführt. Damit wird das Wasser, das durch die Kesselrohre strömt, erhitzt und verdampft.

Das Rauchgas kühlt dabei bis auf 250 Grad Celsius ab und gelangt danach zur Rauchgasreinigungsanlage. Der ausgebrannte Müll gelangt vom Rostende zu den Nassentschlackern, wo er in einem Wasserbad abgelöscht wird und über Förderbänder zum Schlackebunker transportiert wird. Die aufbereitete, das heißt gebrochene und von Metallen befreite, Schlacke findet im Straßenbau Verwendung.

Rauchgasreinigungsanlagen:
Dann werden in der Rauchgasreinigungsanlage die Abgase gereinigt. Im Elektrofilter werden die freien, staubförmigen Partikel elektrostatisch aufgeladen und an Elektroden abgeschieden. Die abgesonderte Flugasche wandert in einen separaten Silo.
Die Rauchgase der vier Kessellinien werden im Rauchgassammelkanal zusammengeführt und gelangen von dort zu den drei Rauchgasreinigungslinien.

Im ersten Schritt wird in den Sprühabsorbern der drei Rauchgasreinigungsanlagen Kalkmilch als Reaktionsmittel zugesetzt, und die heißen Rauchgase werden von 250 Grad auf 130 Grad Celsius abgekühlt. Der Wasseranteil verdampft, der Kalk reagiert mit den Schadgasen Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff und Schwefeldioxid. Die der Kalkmilch beigefügte Aktivkohle bindet auf ihrer großen Oberfläche Dioxine, Furane und auch Quecksilber.

Im zweiten Schritt erfolgt im nachgeschalteten Gewebefilter die Abscheidung der Reaktionsprodukte, der Aktivkohle sowie der Feinstäube. Die abgeschiedenen Reststoffe werden als Bergwerksversatz verwertet. Die gereinigten Abgase gelangen über große Ventilatoren, sogenannte Saugzüge, zu den Schornsteinen und in die Atmosphäre.

Vor Eintritt in die Schornsteine werden die Rauchgase mittels kontinuierlicher Emissionsmessungen auf Einhaltung der Grenzwerte gemäß der 17. Bundesimmissionsschutz Verordnung (BImSchV) kontrolliert und die Daten protokolliert.

Turbinen- und Fernwärmebereich
Mit zwei Gegendruckturbinen (2,7 und 13,1 Megawatt Leistung) wird die Energie, die im Dampf steckt, in Strom umgewandelt und in das swb-Netz eingespeist. Die noch nicht genutzte Restenergie wird in Wärmetauscher verschoben und für die Fernwärme verwendet. Universität, Technologiepark und das Wohngebiet "Am Weidedamm" werden mit Fernwärme aus dem MHKW versorgt.

  • Funktionsschema MHKW Das Funktionsprinzip des Bremer Müllheizkraftwerks - von der Abfallannahme bis zum Schornstein. (495 kB)